Französischer Undercover-Reporter beobachtet Polizeigewalt: „Sie fühlen sich unantastbar“


Sechs Monate lang hat ein französischer Journalist als Polizist in Paris gearbeitet. Er beobachtete Gewalt, Beleidigungen und Willkür bei seinen Kollegen – vor allem gegenüber Jugendlichen und Migranten.

Eugen Epp | stern.de

Ein französischer Polizist in Paris ©Getty Images

Der französische Investigativreporter Valentin Gendrot hat sich bei der Pariser Polizei eingeschleust und dort im Rahmen einer Undercover-Recherche sechs Monate verbracht. In dieser Woche hat Gendrot das Buch „Flic“ (auf Deutsch: Polizist) veröffentlicht, in dem er über seine Zeit bei der Polizei schreibt. Seine Beobachtungen sind besorgniserregend – und sie passen leider in das Bild, das viele Menschen nach den jüngsten Meldungen über Polizeigewalt und Willkür haben.

Im „Guardian“ berichtet Gendrot unter anderem von Gewalt und Beleidigungen, insbesondere gegenüber Minderheiten. Einmal sei er sogar dazu gedrängt worden, in einem Verfahren Beweise gegen einen jungen Mann zu fälschen, der von einem Polizisten geschlagen worden war. „Was mich erstaunt, ist, wie unantastbar sie sich fühlen, als gäbe es nichts Übergeordnetes, keine Überwachung durch die Hierarchie, als ob sich ein Polizist – seinem freien Willen oder seinem Gefühl in dem Moment folgend – aussuchen könne, ob er gewalttätig sein möchte oder nicht“, schreibt Gendrot.

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