Potenzieller Gefährder: Der Folter ausgeliefert


Eine Pilgerreise nach Pakistan machte einen 29-jährigen Marokkaner in den Augen deutscher Sicherheitsbehörden zum Gefährder. Er wurde zur Ausreise nach Marokko gedrängt, dort inhaftiert und gefoltert..

Marcel Kolvenbach | tagesschau.de

Mohamed Hajib. Bild: tagesschau.de

Nach gemeinsamen Recherchen des „Spiegel“ und des ARD-Politikmagazins Report Mainz erhärtet sich der Verdacht, dass deutsche Sicherheitsbehörden möglicherweise eine Mitverantwortung für die siebenjährige Haft und Folter des Deutsch-Marokkaners Mohamed Hajib in Marokko tragen könnten. „Die deutschen Behörden haben mein Leben zerstört“, sagt Hajib und hat deshalb gemeinsam mit seinem Anwalt eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland angestrengt.

Er fordert mindestens 1,5 Millionen Euro Schadensersatz. Der 39-jährige Familienvater ist arbeitsunfähig, schwerbehindert, gerichtsmedizinische Gutachten und Fotos dokumentieren die Folgen schlimmer Folter in Marokko.

Der Fall des Duisburgers Hajib erinnert in vielen Punkten an Vorfälle, die Gegenstand des sogenannten BND-Untersuchungsausschusses waren. Es ging um rechtswidrige Aktivitäten im Anti-Terror-Krieg nach dem 11. September 2001, die Gefangennahme und Folter deutscher Staatsangehöriger durch ausländische Geheimdienste, etwa den Fall Murat Kurnaz.

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