Antijudaismus in der christlichen Kunst: Von geschlagenen Nikolaus-Ikonen und Schmähskulpturen


Was tun mit problematischen Bildern? Diese Frage beschäftigt auch die Kirchen. Dort geht es vor allem um abwertende Darstellungen von Juden aus dem Mittelalter. Wie damit umzugehen sei, ist in manchen Fällen umstritten.

Jonas Ochsmann | Deutschlandfunk Kultur

Im Mittelalter ein häufiges Motiv: Juden als Bilderschänder, wie hier im Freiburger Münster – manche Kirchenvertreter sehen darin kein Problem. (Erzdiözese Freiburg)

Matthias Schnegg beschreibt ein Deckenbild: „Es ist ein Zyklus aus Freskenbildern, die das Leben des heiligen Nikolaus beschreiben.“

Schnegg ist Pfarrer in der Kirche St.Maria in Köln-Lyskirchen. In der Deckenmalerei eines Gewölbes ist dort eine Darstellung aus dem 13. Jahrhundert von der Legende des Heiligen Nikolaus zu sehen. Sie geht zurück auf die Legenda Aurea, eine Sammlung von Heiligenlegenden, die im Mittelalter sehr verbreitet waren.

Ein Jude, der ein Heiligenbild schlägt

„Und dann gibt es eben ein Bild, auf dem ein schlafender Jude ist – zu erkennen an den spezifischen Judenhüten“, erklärt Schnegg. „Und der schläft und neben sich eine Schatztruhe und vor der Schatztruhe steht die Ikone des Heiligen Nikolaus als Wächter. Und dann kommen über Nacht ein paar Räuber und räumen diese Schatztruhe aus und am anderen Morgen greift der Kaufmann seine Ikone und schlägt sie mit einer Rute. Die nächste Sequenz zeigt ja dann, dass die Diebe reumütig die Sachen wieder zurückbringen, auf die Mahnung des heiligen Bischofs, der dann aber schon im Himmel ist.“

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