Facebook blockiert Live-Übertragung des Sterbens eines Schwerkranken


Facebook hat eine Live-Übertragung eines schwerkranken Franzosen im Hungerstreik blockiert.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Das Foto vom 22. August zeigt den schwerkranken Alain Cocq. (AFP / Philippe Desmazes)

Das US-Unternehmen begründete den Schritt mit firmeneigenen Regeln, die es nicht gestatten würden, einen Suizidversuch zu zeigen. Der 57-jährige bettlägerige Alain Cocq hatte der Nachrichtenagentur AFP gesagt, er wolle gegen das Verbot der Sterbehilfe in Frankreich protestieren. Der Mann leidet nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren unter einer unheilbaren Arterien-Erkrankung und wurde im Laufe seines Lebens mehrmals reanimiert.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er ein Schreiben von Präsident Macron. Darin erklärt Macron, dass eine Sterbehilfe nach gegenwärtiger Gesetzeslage in Frankreich nicht erlaubt sei. „Ich stehe nicht über dem Gesetz“, heißt es in dem Brief.

Debatte um Sterbehilfe neu entfacht

Die Ereignisse haben in Frankreich die Debatte um Sterbehilfe wieder entfacht. Zuletzt hatte der Fall eines Mannes für Aufsehen gesorgt, der 2008 nach einem Verkehrsunfall künstlich am Leben gehalten wurde, bis Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen im Juli des vergangenen Jahres nach einem jahrelangen Rechtsstreit beendeten.