Gericht wandelt im Mordfall Khashoggi Todesstrafen um


Fast zwei Jahre nach dem Mord an dem regimekritischen Journalisten Khashoggi hat ein saudisches Gericht die Todesstrafen für fünf Angeklagte in Haftstrafen umgewandelt.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Jamal Khashoggi (AFP / MOHAMMED AL-SHAIKH)

Wie staatliche Medien berichten, wurden fünf Angeklagte zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt, gegen drei weitere wurden Strafen zwischen sieben und zehn Jahren verhängt. Zuvor hatte Khashoggis Familie erklärt, dass sie den Tätern vergebe. Darin sahen Beobachter einen Schritt, um die Todesstrafe aufzuheben, was nach dem in Saudi-Arabien praktizierten islamischen Recht möglich ist.

Khashoggi war im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die saudische Regierung hatte den Mord eingeräumt. Gleichwohl wies das Königshaus Vorwürfe zurück, in das Verbrechen verwickelt gewesen zu sein. Der im Exil lebende Khashoggi hatte sich unter anderem in Kolumnen für die „Washington Post“ kritisch über die saudische Führung geäußert.