Netzwerk Kirchenasyl kritisiert restriktive Entscheidungspraxis: Formale Kriterien statt humanitäre Gründe

Bild von kalhh auf Pixabay

Das ökumenische Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW hat die restriktive Anerkennung von Härtefällen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge scharf kritisiert. Auch in diesem Jahr wurden Kirchenasyle selten als Härtefall eingestuft.

DOMRADIO.DE

Um die Zahl der Kirchenasyle zu reduzieren, setze die Behörde auf formale Kriterien anstatt sich mit den humanitären Gründen eines Kirchenasyls ernsthaft auseinanderzusetzen, erklärte der der Vorsitzende des Netzwerks, Thomas Flörchinger, am Montag in Münster. So solle der Eindruck erweckt werden, dass in den meisten Fällen keine Härte vorliege. Kirchenasyl sei jedoch immer Menschenrechtsschutz, unterstrich Flörchinger.

Nach Angaben des Bundesamtes endeten auch in diesem Jahr Kirchenasyle selten mit der Anerkennung eines Härtefalls. So wurde in rund drei Prozent der von Januar bis Ende Juli entschiedenen Fälle eine „außergewöhnliche Härte“ festgestellt, wie das Bamf Ende August auf Nachfrage des Evangelischer Pressedienst (epd) erklärte. Diese Verfahren endeten demnach mit dem sogenannten Selbsteintrittsrecht. Das bedeutet, dass die Betroffenen in Deutschland bleiben können. Inhaltlich entschieden wurde den Angaben zufolge bis Ende Juli über 108 Kirchenasyle.

weiterlesen