Opfer von vorsätzlichen Delikten Zahl der getöteten Kinder stark gesunken


Der Tod von fünf Kindern in Solingen hat großes Entsetzen ausgelöst. Dieser besonders grausame Fall sei allerdings eine Ausnahme, betonen Fachleute: Die Zahl der Kinder, die Opfer von vorsätzlichen Tötungsdelikten werden, sinkt.

Patrick Gensing | tagesschau.de

In Solingen haben am Wochenende Nachbarn mit einer Schweigeminute und einer Lichterkette der getöteten Kinder gedacht. Eine 27-Jährige steht unter Verdacht, fünf ihrer sechs Kinder umgebracht zu haben.

Die Tat erschüttert nicht nur Nordrhein-Westfalen, sondern sorgt bundesweit für großes Aufsehen. Forscherinnen und Forscher warnen allerdings, dass durch eine sehr große Aufmerksamkeit für einzelne Taten „schnell der Eindruck“ entstehen könnte, dass es sich bei Tötungsdelikten an Kindern um ein quantitativ ansteigendes Phänomen handele. Bundesweit geht die Zahl der Kinder, die Opfer eines vorsätzlichen vollendeten Tötungsdelikts werden, aber seit Jahren zurück. Das zeigt unter anderem die Polizeiliche Kriminalstatistik: Während es im Jahr 1995 insgesamt noch 172 Opfer von vollendeten vorsätzlichen Tötungsdelikten im Alter von null bis 14 Jahren gegeben hatte, ist die Zahl seitdem kontinuierlich gesunken. Bei der Körperverletzung mit Todesfolge sogar von 49 auf vier Fälle.

weiterlesen