Bayern: An der Spitze des Infektionsgeschehens


Allen Maßnahmen zum Trotz meldet Bayern ein Drittel der landesweiten Corona-Neuinfektionen, drei Landkreise überschreiten den Alarmwert. Das Bundesland zählt schon seit Beginn der Pandemie besonders viele Fälle – woran liegt das?

Timo Frasch | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Bild: dpa

Die neuesten Corona-Zahlen müssen abermals Bayern mehr als andere Bundesländer beunruhigen: 1499 Neuinfektionen meldete das Robert-Koch-Institut fürs ganze Land – 506 davon entfielen auf den Freistaat, das sind fast doppelt so viele wie in Baden-Württemberg, das mit 269 Neuinfektionen an zweiter Stelle steht. Memmingen, Landshut und Rosenheim überschreiten den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen deutlich. Würzburg, München, Ulm und Weiden blieben über dem Frühwarnwert von 30. Das sind alles bayerische Städte – abgesehen von Ulm, das jedoch mit dem bayerischen Neu-Ulm quasi eine Großstadt bildet.

Die neusten Entwicklungen waren am Dienstag auch Thema der Sitzung des bayerischen Kabinetts. Tatsächlich fragt man sich in Bayern, warum trotz der zahlreichen Maßnahmen, mit denen man den Anspruch verbindet, sie seien die umsichtigsten, seit Beginn der Krise recht stabil an der Spitze des Infektionsgeschehens marschiert. Am Anfang wurden zwei Quellen ausgemacht: die Starkbierfeste, etwa in Rosenheim, vor allem aber die Rückkehrer aus dem Skiurlaub in Österreich.

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