Nordrhein-Westfalen: „Graue Wölfe“ unterwandern Politik


Sie nehmen Listenplätze der CDU oder kleinerer Bündnisse ein und dringen in die Politik vor – die „Grauen Wölfe“. Wie die türkischen Rechtsextremisten Einfluss gewinnen, zeigen Recherchen von Report Mainz.

Heiner Hoffmann, Ahmet Senyurt | tagesschau.de

Stirnband mit Symbol der „Grauen Wölfe“ (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Kommunalwahl in NRW ist nur noch wenige Tage entfernt, die Parteien sind in der finalen Phase ihres Wahlkampfes. Recherchen von Report Mainz und dem Nachrichtenportal „Der Westen“ zeigen: Es treten auch Kandidaten mit Verbindungen zu den verfassungsfeindlichen Grauen Wölfen an. Laut Verfassungsschutz sind die „Grauen Wölfe“ eine türkische, rechtsextremistische Bewegung, die ein großtürkisches Reich anstrebt und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Mit dieser Gruppierung hat auch Stadtrat Hasan Tuncer aus Mülheim Erfahrungen gemacht. Vor einigen Jahren gründete er das „Bündnis für Bildung”, vertritt die Gruppierung im Stadtrat. Als sich ein Vorstand des Bündnisses als Anhänger der „Grauen Wölfe“ entpuppte, habe man ihn damit konfrontiert. Doch hinter ihrem Rücken habe der Mann in der Zwischenzeit zahlreiche neue Mitglieder angeworben. Im Interview mit Report Mainz sagt Tuncer: „Wir sind unterwandert worden, von ‚Grauen Wölfen‘, von Vertretern oder von Entsendeten anscheinend von Moscheegemeinden. Ich bin komplett abgeschnitten von denen, die möchten mir keine Informationen geben, antworten auf keine Mail.“

weiterlesen