Gasstreit: Griechenland und Zypern verbünden sich mit Israel


Gestern unterzeichneten Konstantinos Floros, der Chef des griechischen Generalstabs, und Vertreter Zyperns und Israel in der griechischen Hauptstadt Athen ein Abkommen zur militärischen Zusammenarbeit der drei Länder. Diese Kooperation soll unter anderem gemeinsame Manöver beinhalten.

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Foto: Griechische Streitkräfte

Der neue Vertrag ist auch ein Signal an die aktuelle türkische Staatsführung, die mit denen der drei Partner verfeindet ist: Mit Israel hat die in Ankara regierende islamistische AKP unter anderem deshalb ein gespanntes Verhältnis, weil sie zur Hamas ein gutes hat. Ein so gutes, dass hohe Hamas-Funktionäre türkische Papiere mit falschen Namen bekamen, wie der britische Telegraph im August aufdeckte.

Erdoğan will „unmoralische Karten und Dokumente zerreißen“

Zu Griechenland und Zypern sind die Beziehungen nicht nur wegen dreier Griechenvertreibungen in der jüngeren Vergangenheit gespannt, sondern auch, weil Ankara, Athen und Nikosia um Gasfelder im Mittelmeer streiten. Wegen dieser Gasfelder drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan letzten Monat, sein Land werde sich „nehmen, was ihm zusteht“, und sei „entschlossen, politisch, wirtschaftlich und militärisch alles zu tun, was dafür nötig ist“. Eskaliere der Streit, so Erdoğan, dann würden die Griechen, „schmerzhafte Erfahrungen“ machen. Die Türkei sei nämlich stark genug, „unmoralische Karten und Dokumente zu zerreißen“, wie er am Samstag ergänzte.

Diese Drohungen untermauerte der türkische Staatspräsident mit Manövern seines Heeres, seiner Luftwaffe und seiner Marine im Nordteil Zyperns. Außerdem verlegte man 40 Panzer an die thrakische Landgrenze mit Griechenland.

Athen will „die Ausrüstung der bewaffneten Kräfte verstärken“

Am 7. September forderte Erdoğan Brüssel nach einem Telefonat mit dem belgischen EU-Ratspräsidenten Charles Michel dazu auf, im Gasstreit „unparteiisch“ zu sein, auch wenn Griechenland und Zypern zur EU gehören. Michel hatte vorgeschlagen, den Streit in einer „multilateralen Konferenz“ zu deeskalieren, bei der es nicht nur um das Gas, sondern auch um Migration gehen soll. Die Drohung damit hält Brüssel den Worten des AKP-Sprechers Ömer Çelik nach davon ab, Sanktionen zu erlassen, die Ankara wirklich schmerzen.

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