Missbrauch: Weiterer australischer Staat hebt Beichtgeheimnis auf


Immer mehr australische Bundesstaaten schaffen den staatlichen Schutz für das Beichtgeheimnis bei Fällen sexualisierter Gewalt ab. Nun dürfen auch in Queensland Priester nicht mehr schweigen, wenn sie in der Beichte von Missbrauch erfahren.

katholisch.de

Der australische Bundesstaat Queensland verpflichtet Priester, das Beichtgeheimnis zu brechen, wenn sie in der Beichte von sexualisierter Gewalt gegen Kinder erfahren. Am Dienstag hat das Parlament entsprechende Regelungen in sein Strafgesetzbuch aufgenommen, die eine Anzeigepflicht auch bei in der Beichte erfahrenen Informationen vorsieht. Die „Criminal Code (Child Sexual Offences Reform) and Other Legislation Amendment Bill 2019“ wurde mit Stimmen der Opposition und gegen Proteste der katholischen Kirche verabschiedet. Die Aufhebung der staatlichen Garantie des Beichtgeheimnisses geht auf eine Empfehlung der „Royal Commission“ zurück, die die australische Regierung 2013 zur Untersuchung der Missbrauchsfälle in der Kirche des Landes eingesetzt hatte. Kirchenrechtlich ist der Bruch des Beichtgeheimnisses mit der Tatstrafe der Exkommunikation belegt (can. 1388 § 1 CIC).

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