Zu giftig für Europa, gut genug für den Export


Konzerne liefern Tausende Tonnen Acker-Chemie in alle Welt – auch wenn sie in der EU verboten sind. Abnehmer sind oft Schwellen- und Entwicklungsländer, zeigt ein neuer Report.

Isabel Pfaff | Süddeutsche Zeitung

Insgesamt genehmigten EU-Staaten den Export von 81 615 Tonnen Pestiziden, oft an Entwicklungs- und Schwellenländer wie Kenia. (Foto: Luis Tato/AFP)

„Not approved“ – nicht zugelassen. Wer das Unkraut-Vernichtungsmittel Paraquat in der Pestizid-Datenbank der EU nachschlägt, stößt zu allererst auf diesen rot unterlegten Hinweis. Deutlicher geht es nicht. Das Herbizid Paraquat soll also auf europäischen Äckern und Feldern nicht zum Einsatz kommen, weil es die zuständigen EU-Institutionen als zu gesundheitsschädigend einstufen: Es greift Augen und Haut an, schädigt die Atemwege, Lungen und die Leber. Nimmt man die Substanz direkt ein, ist sie tödlich.

Nichtsdestotrotz dürfen Produzenten dieses Gifts dieses Mittel in der EU herstellen und in andere Länder exportieren – ganz legal. Eine neue Studie der Schweizer Nichtregierungsorganisation Public Eye und der britischen Greenpeace-Rechercheeinheit Unearthed, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wird und die die SZ vorab einsehen konnte, kommt zu dem Ergebnis, dass allein im Jahr 2018 rund 28 000 Tonnen Paraquat-basierte Herbizide in Länder außerhalb der EU verkauft wurden. Damit ist Paraquat das meistverkaufte verbotene Pestizid der EU.

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