Klimawandel: Europa und USA fast allein für Klimakatastrophe verantwortlich


Ein britischer Forscher hat berechnet, wie viel CO2 alle Staaten ausstoßen dürften und wieviel aus ihnen kommen. Das Ergebnis ist eindeutiger als erwartet.

Martin Holland | heise online

Die USA und Europa sind für mehr als 80 Prozent der übermäßigen CO2-Emissionen seit 1850 verantwortlich, während aus dem gesamten globalen Süden lediglich 8 Prozent der Emissionen stammen, die den CO2-Gehalt der Atmosphäre über den kritischen Wert von 350 ppm gehoben haben. Das hat der Wirtschaftsanthropologe Jason Hickel von der Universität London ausgerechnet und seine Ergebnisse jetzt im Wissenschaftsmagazin Lancet Planet Health veröffentlicht. Seine Arbeit zeige, dass die Hochlohn-Staaten in noch größerem Maß für den Klimawandel und die damit verbundenen Schäden verantwortlich seien, als bislang angenommen, schreibt er.

Wie Hickel erläutert, liegt seiner Analyse die Annahme zugrunde, dass die Erdatmosphäre ein gemeines Gut ist und jede Nation auf Basis ihrer Einwohnerzahl einen fairen Anteil daran haben sollte. Bevölkerungsreiche Länder dürften demnach mehr CO2 ausstoßen, alle zusammen aber nur so viel, dass insgesamt die 350 ppm (parts per million, also Millionstel) nicht überstiegen werden. Als das 1990 passiert sei, hätten die problematischen Folgen des Klimawandels begonnen – Hickel spricht vom Klima-Zusammenbruch. Inzwischen werden über 400 ppm gemessen. Laut Hickel hätten maximal 830,1 Gigatonnen an CO2 ausgestoßen werden dürfen, zwischen 1850 und 2015 seien es aber 1516,2 Gigatonnen gewesen.

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