Seehofer: „Wir nehmen bis zu 150 Minderjährige auf“


Bundesinnenminister Seehofer hat angekündigt, dass Deutschland bis zu 150 minderjährige Flüchtlinge und Migranten aus dem zerstörten Lager Moria von der griechischen Insel Lesbos aufnimmt. Der CSU-Politiker sagte in Berlin, insgesamt hätten neun EU-Staaten und die Schweiz zugesagt, unbegleitete Kinder und Jugendliche aus Moria bei sich unterzubringen. Deutschland und Frankreich würden die meisten übernehmen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Seehofer betonte, durch die Zerstörung des Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos sei eine besondere humanitäre Notlage entstanden. Jetzt gehe es vor allem darum, die Hilfe in dem Lager vor Ort zu organisieren. Dabei stehe die Bundesregierung in engem Kontakt zur Regierung in Athen. Diese habe eine Bedarfsliste übermittelt, die von deutschen Stellen geprüft werde. Seehofer warb noch einmal für eine gemeinsame Asylpolitik der Europäischen Union.

Gegenwind im Bundestag

Im Bundestag erntete der Bundesinnenminister für seine Ankündigung Kritik. Linken-Fraktionschef Bartsch bezeichnete die geplante Aufnahme von bis zu 150 Minderjährigen als unzureichend. Flüchtlingslager wie Moria seien der menschenrechtliche Tiefpunkt unserer Zeit, sagte er in der Debatte im Parlament. Die Grünen-Abgeordnete Amtsberg verlangte, nun die Flüchtlinge aus dem griechischen Lager auf andere EU-Staaten zu verteilen. Auch die SPD-Politikerin Vogt appellierte an Seehofer, mehr Menschen aus Moria ins Land zu lassen.

weiterlesen