Russland erhält Rechtshilfe von Berliner Justiz


Russland erhält im Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Nawalny Rechtshilfe von der deutschen Justiz.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny. (Dpa / ITAR-TASS / Zurab Dzhavakhadze)

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft erklärte per Twitter, sie komme auf Auftrag der Justizsenatsverwaltung einem entsprechenden Ersuchen der russischen Behörden nach. Dies gelte allerdings nur bei einer Zustimmung Nawalnys. Das Ersuchen Moskaus war in der vergangenen Woche an die Justizverwaltung übermittelt worden.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wollen die Behörden in Moskau zudem eigene Ermittler nach Deutschland schicken. Diese sollten Nawalny und anderen Zeugen zusätzliche klärende Fragen stellen können. Von der Bundesregierung hieß es, bislang sei kein solches Ersuchen aus Moskau eingegangen. Die Regierung sieht es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Kampfstoff vergiftet wurde. Russland bezweifelt diese Angaben und weist jede Verantwortung zurück. Der 44-Jährige wird in der Berliner Charité behandelt und ist mittlerweile aus dem Koma erwacht.