Überraschung in der tiefsten Süßwasserhöhle der Welt


Verblüffende Einblicke: Die tiefste mit Süßwasser gefüllte Höhle der Welt ist fast doppelt so tief wie bisher angenommen. Die Hranicka-Höhle in Tschechien reicht neuen Messungen zufolge knapp einen Kilometer in die Tiefe. Die Daten legen zudem nahe, dass diese Höhle nicht vom Grundwasser aus dem Kalkgestein herausgelöst wurde. Stattdessen entstand sie durch von oben eindringendes Regenwasser.

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Der Eingang des Hranicka-Abgrunds in Tschechien verrät nicht, wie tief diese geflutete Höhle wirklich hinuntergeht – das haben Forscher nun ermittelt. ©Já/ CC-by-sa 3.0

Ob in der Schwäbischen Alb, auf dem Balkan oder der mexikanischen Halbinsel Yucatan: Viele Höhlen liegen in Karstgebieten – Regionen, in denen Kalkgestein im Laufe der Jahrmillionen von eindringendem Wasser ausgehöhlt wurde. Das meist mit Kohlendioxid angereicherte und daher saure Wasser löst den Kalk auf und schafft so unterirdische Hohlräume und Kavernen. Viele dieser Karsthöhlen füllen sich im Laufe der Zeit mit Wasser, andere bilden bizarre Tropfsteine und sonstige Kalkgebilde aus.

Abgrund ohne Boden

Die weltweit tiefste geflutete Karsthöhle liegt im Osten Tschechiens. Der Hranicka-Abgrund beginnt mit einem rund 100 Meter langen Einschnitt im Kalkgestein, der schräg nach unten in eine höhlenartige Kammer führt. An ihrem Grund liegt ein süßwassergefüllter See. Unter der Wasseroberfläche führt eine schräge Kluft mehrere Dutzend Meter in die Tiefe, bis zu einer Engstelle im Gestein. Von dieser zieht sich eine enge Höhle fast senkrecht in die Tiefe.

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