Zuchtnerze könnten ein gefährliches Reservoir für das Coronavirus werden


Infizierte Menschen stecken Nerze an, erkrankte Tiere übertragen das Coronavirus wiederum auf Menschen, wie eine neue Studie aus den Niederlanden zeigt. Mittlerweile grassiert das Virus auf Pelzfarmen in mindestens vier Ländern.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Zuchtnerzfarmen (im Bild eine in Weissrussland) mit eng nebeneinander stehenden, kleinen Käfigen bieten ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Coronavirus. Sergei Grits / AP

Auf mehreren Nerzfarmen in den Niederlanden haben mit Sars-CoV-2 infizierte Zuchtnerze Menschen angesteckt. Es seien die ersten wissenschaftlich nachgewiesenen Übertragungen des neuen Coronavirus von einem Tier auf den Menschen, betonen Forscher der Erasmus-Universität Rotterdam in einer noch nicht begutachteten Preprint-Publikation. Eine der infizierten Personen hat dann eine weitere Kontaktperson, die nichts mit der Farm zu tun hat, angesteckt.

Die Nerz-zu-Mensch-Infektion wurde durch zwei Fakten belegt. Erstens hatten die Nerze und die auf der jeweiligen Farm lebenden oder arbeitenden Menschen dasselbe Virus, wie genetische Untersuchungen an Viren, die man aus den Tieren und Menschen isoliert hat, gezeigt haben. Zweitens sind in diversen Fällen die Infektionen bei den Menschen nachweislich nach denjenigen bei den Nerzen aufgetreten. Ob sich die Menschen via Tröpfcheninfektion an den Nerzen infizierten, ob also erkrankte Nerze Stallmitarbeiter angeniest oder angehustet hatten, oder ob der Mist infektiös war, das ist noch unklar.

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