Was katholische Hilfswerke mit ihrer Erbschaftsinitiative bezwecken


Am 13. September ist „Tag des Testaments“: eine Gelegenheit, über sein eigenes Hab und Gut nachzudenken. Auch Hilfswerke kommen da mit einer Initiative ins Spiel. Koordinator Daniel Thiem erklärt die Hintergründe – und verrät, was beim Testament oft vergessen wird.

 Angelika Prauß | katholisch.de

In den kommenden Jahren werden große Summen vererbt – für den Zeitraum zwischen 2015 und 2024 rechnet eine Studie zum Thema Erben mit 3,1 Billionen Euro. Ein Grund, dass die katholischen Hilfswerke vor einigen Jahren eine gemeinsame Erbschaftsinitiative ins Leben gerufen haben. Deren Koordinator, Daniel Thiem, erläutert zum „Tag des Testaments“ am 13. September im Interview die Hintergründe.

Frage: Herr Thiem, warum haben sich die katholischen weltkirchlichen Hilfswerke Adveniat, Misereor, Caritas international, Renovabis, missio und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ überhaupt zusammengeschlossen?

Thiem: Das Thema Testament und Erbschaft ist von allgemeiner Wichtigkeit und sensibel zugleich. Der gemeinsame Auftritt der Hilfswerke sorgt für Vertrauen und senkt die Hemmschwelle, sich damit zu beschäftigen. Durch Synergien können wir zusammen in einem normalen Jahr bis zu 30 Informationsveranstaltungen anbieten, zumeist in katholischen Einrichtungen. Uns geht es auch um unsere Außenwirkung. Oft engagieren sich Menschen etwa bei mehreren Hilfswerken parallel. Das gemeinsame Angebot wird von ihnen und vielen anderen positiv wahrgenommen.

Frage: Würde das einzelne Hilfswerk aber nicht mehr „abbekommen“, wenn es alleine für sich werben würde?

Thiem: Es geht ja eben nicht nur darum, etwas abzubekommen. Hinter jeder Testamentsspende steht ein Mensch mit eigener Geschichte und eigenen Wünschen. Wir wollen nicht bedrängen, sondern Wege aufzeigen. Engagiert sich etwa eine Person bei mehreren Hilfswerken, fragt sie sich vielleicht, wofür ihr Herz besonders schlägt und wen sie mit einem Vermächtnis oder einer Erbschaft unterstützen möchte. Manch einer hat mehrere Eisen im Feuer und möchte den Nachlass eher streuen. Die katholischen Hilfswerke bieten da ein breites Spektrum.

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