Geheimnisvolle Großbauten im Reich der Himmelsscheibe entdeckt


Fürsten der Aunjetitzer Kultur sollen das erste Reich in Mitteleuropa geschaffen haben. Die Entdeckung mehrerer monumentaler Bauwerke lässt den Schluss zu, dass sie sich in die Tradition einer älteren Sakrallandschaft stellten.

Florian Stark | WELT

So könnte die Kreisgrabenanlage von Pömmelte in Sachsen-Anhalt ausgesehen haben Quelle: dpa

Die Aunjetitzer Kultur, die zwischen 2200 und 1600 v. Chr. in Mitteldeutschland blühte und die von einigen Forschern auch als Reich der Himmelsscheibe von Nebra beschrieben wird, stellte sich offenbar in die Tradition einer älteren Sakrallandschaft. Das zumindest legen neue Funde nahe, die Archäologen jetzt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt gemacht haben.

So wurde in der bekannten frühbronzezeitlichen Kreisgrabenanlage Schönebeck ein deutlich älterer Vorgängerbau entdeckt. „Es handelt sich um eine quadratische Grabenstruktur mit ungefähr elf Meter Seitenlänge, etwa 4800 bis 4500 Jahre alt“, sagt die Projektleiterin der Universität Halle, Franziska Knoll. „Vor einigen Jahren wurde bereits ein nahezu identisches, fast quadratisches Geviert, allerdings mit ungefähr 14 Meter Seitenlänge, an der Kreisgrabenanlage Pömmelte entdeckt.“ Diese liegt etwa 1300 Meter entfernt, wird aber um 250 Jahre älter datiert als der Kultplatz von Schönebeck, der zwischen 2100 und 1800 v. Chr. in Gebrauch war.

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