Warum die katholische Jugend nichts von Nestlé kauft: Boykott statt Sensibilisierung


Kinderarbeit, Wassermangel, Brandrodung, Verpackungsmüll: Es gibt viele Gründe, fair zu kaufen. Die Katholische junge Gemeinde geht einen Schritt weiter und boykottiert den größten Lebensmittelkonzern in Europa.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Was kommt bei Ihnen auf gar keinen Fall in den Einkaufswagen?

Rebekka Biesenbach (Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde, KjG): Seitdem wir beschlossen haben, als KjG die Nestlé zu boykottieren, sind vor es allen Dingen diese Produkte, auf die wir besonders achten. Natürlich gibt es auch andere Konzerne, die ähnliche Unternehmensstrukturen und Unternehmenskulturen haben. In erster Linie sind es aktuell aber Nestlé-Produkte, die bei mir nicht im Einkaufswagen landen. Das ist vielseitig, weil es sich von Lebensmitteln über Kosmetik, über Tierprodukte, über Getränke zieht.

DOMRADIO.DE: Warum genau boykottieren Sie diese Firma Nestlé?

Biesenbach: Das liegt daran, dass wir wahrnehmen, wie das Unternehmen seine ethischen, moralischen Grundsätze wahrnimmt und auf welche Dinge es in der Produktion achtet oder nicht achtet. Das ist vielseitig. Es fängt an beim Umweltschutz: Da nehmen wir wahr, dass Brandrodung für bestimmte Produkte, Palmöl zum Beispiel, in der Unternehmenskultur selbstverständlich ist.

Als Jugendverband aber achten wir auch auf die Achtung von Kinderrechten. Es gibt immer noch Produkte, in denen Kinderarbeit eine große Rolle spielt, vor allen Dingen der Kakao. Insgesamt auch die Menschenrechte und die Arbeitnehmerinnenrechte, weil die einen Einfluss darauf haben, wie Kinder in anderen Ländern der Welt aufwachsen können und ob ihnen Bildung, Ernährung, sichere Unterkunft und so etwas zur Verfügung stehen oder nicht.

Ein großes Thema ist das Wasser, das in vielen Ländern durch den Konzern abgepumpt, in Flaschen gefüllt und dann der Bevölkerung wieder verkauft wird. Der Konzern erschwert dadurch den grundsätzlichen Zugang zu sauberem Trinkwasser und macht ihn zum Teil für die Bevölkerung unleistbar.

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