Aufseherinnen im Frauen-KZ Ravensbrück: Frauen im Gefolge der SS


Frauen im Nationalsozialismus – das waren keineswegs nur die „unschuldig Verführten“, die nicht wussten, welche Gräueltaten von ihren Männern verübt wurden. Eine Dauerausstellung in der Gedenkstätte Ravensbrück zeigt: Als KZ-Aufseherin zu arbeiten, versprach Emanzipation und sozialen Aufstieg.

Andreas Beckmann | Deutschlandfunk

Ravensbrück war das größte Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Gebiet (picture alliance / arkivi )

„Im Curiohaus in Hamburg begann der Prozess gegen die Verantwortlichen für das berüchtigte Frauenkonzentrationslager in Ravensbrück in Mecklenburg. Nach der Anklageschrift sind über 150.000 Frauen durch dieses größte Frauengefängnis der Geschichte gegangen. Mehr als 5.000 Insassinnen wurden in der Gaskammer des Lagers ermordet.“

Ende 1946 erfuhr die deutsche Öffentlichkeit aus der Wochenschau, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen Teil der NS-Mordmaschinerie gewesen waren, wenn auch in deutlich geringer Zahl. In dem von einem britischen Gericht in Hamburg geführten Prozess wurden mehrere KZ-Aufseherinnen wegen besonderer Grausamkeit zum Tode verurteilt. Eine andere, die sich von Ravensbrück nach Auschwitz hatte versetzen lassen und dort an Selektionen teilnahm, wurde 1948 in Krakau gehenkt. Doch in den 50er-Jahren geriet das Thema weitgehend in Vergessenheit. Den meisten Frauen, die als Aufseherinnen in Konzentrationslagern gearbeitet hatten, gelang es, einfach unterzutauchen und ein bürgerliches Leben zu führen.

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