Denkmal für die Wehrmacht in Lüneburg: Verbrechen konkret benannt


Das umstrittene Lüneburger Wehrmachtsdenkmal bleibt, bekommt aber mehr Erklärungstext. Die geehrten Soldaten waren am Holocaust beteiligt.

Petra Schellen | taz

Der Gedenkstein für die Wehrmacht unkenntlich gemacht und beschmiert, statt verhüllt Foto: Philipp Schulze/dpa

Er bleibt eine Zumutung – aber immerhin eine gut kommentierte. Einen erweiterten Erklärungstext soll der Lüneburger Gedenkstein zu Ehren der 110. Wehrmachts-Infanteriedivision bekommen. Auf diesen Vergleich haben sich nach zweijährigem Rechtsstreit drei Holocaust-Überlebende und die Stadt Lüneburg am gestrigen Mittwoch geeinigt.

Ursprünglich hatten die Überlebenden die Verhüllung des Steins gefordert. Aus gutem Grund: „Es sage keiner, dass unsere Gefallenen tot sind“ – dieser der Antike entlehnte Satz steht da in Lettern, die stark an die NS-nahe Gotenburg- beziehungsweise Tannenburgschrift erinnern. Darüber prangt ein Wikingerschiff, Emblem speziell der 110. Infanteriedivision und bis heute in rechten Kreisen beliebt.

weiterlesen