Tiere mit Genschere manipuliert – Forscher schaffen Leihväter für Zuchtbullen


Ein US-Forscherteam setzt Genschere und Stammzellen-Transplantation ein, um männliche Tiere die Spermien von Artgenossen produzieren zu lassen.

Pamela Dörhöfer | Frankfurter Rundschau

Mehr Zeit zum Ausruhen? Sollte das neue Verfahren eines Tages zugelassen werden, hätten Zuchtbullen künftig weniger zu tun. ©picture alliance / dpa

Leihvater als Lebensaufgabe, geboren, um Spermien mit dem Erbgut eines anderen zu produzieren und es an die Nachkommen weiterzugeben: Was nach einem Zukunftsroman im Stil von „Schöne neue Welt“ klingt, haben US-amerikanische Forscherinnen und Forscher um Michela Ciccarelli von der Washington State University jetzt in einer „proof of concept“-Studie an Nutztieren und Mäusen erprobt. Getestet wurde ein komplexes Verfahren, eine Kombination aus der Genschere Crispr-Cas9 und der Transplantation von Stammzellen.

Das Forscherteam hat die Vorstellung, dass die neue Methode künftig vor allem in der Tierzucht eingesetzt werden kann. Auf diese Weise müsste dann zum Beispiel ein Zuchtbulle nicht immer nur selbst ran: Ausgestattet mit Spermien, die sein Erbgut tragen, könnten Geschlechtsgenossen, die selbst als weniger fortpflanzungswürdig eingeschätzt werden, weibliche Tiere befruchten – die dann Nachkommen des Prachtkerls zur Welt brächten. In ihrem im Fachmagazin „PNAS“ veröffentlichten Artikel schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sie hofften, dass sich mit einem solchen Verfahren künftig die globale Produktion von Nahrungsmitteln effizienter machen und möglicherweise auch gefährdete Arten erhalten ließen.

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