Warum legalistische Islamisten die Demokratie bedrohen


Verfassungsschützer warnen verstärkt vor einem politischen Islam und vor legalistischen Islamisten: Sie wollten gewaltfrei eine islamische Gesellschaft errichten. SWR und BR haben Menschen getroffen, die sich dennoch bedroht fühlen.

Joseph Röhmel, Sabina Wolf, Eric Beres | BR24

Verfassungsschützer warnen verstärkt vor einem politischen Islam und vor legalistischen Islamisten: Sie wollten gewaltfrei eine islamische Gesellschaft errichten. SWR und BR haben Menschen getroffen, die sich dennoch bedroht fühlen. ©BR / Kontrovers 2020

Den Münchner Imam Ahmad Popal erreicht wieder einmal eine Hass-Botschaft. Ein „Höllenhund“ sei er, „Abschaum“. Sogar Morddrohungen hat er bekommen, weil er sich stark macht für Integration.

„Ich bin sehr vorsichtig. Wenn ich eingeladen werde, gehe ich sehr selten alleine hin. Ich gebe den Leuten in meinem Umfeld immer Bescheid“, sagt Popal. „Ich muss vorsichtig sein, weil ich diese Drohungen sehr ernst nehme.“ Oft lässt er sich deshalb von Freunden begleiten. Seine Gegner: Salafisten und auch Anhänger des sogenannten legalistischen Islamismus.

Legalistischer Islamismus hat rund 13.000 Anhänger deutschlandweit

Verfassungsschützer sagen, dass legalistische Islamisten im Gegensatz zu dschihadistischen Organisationen wie dem IS gewaltfrei agieren, um dauerhaft unsere Gesellschaft zu unterwandern und islamische Staaten zu errichten. Laut einer Umfrage von SWR und BR bei Landesämtern für Verfassungsschutz hat der „legalistische Islamismus“ mehr als 13.000 Anhänger. In fast allen Bundesländern gibt es demnach Moscheegemeinden mit Bezügen in das legalistische Islamismus-Milieu.

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz achten legalistische Islamisten darauf, weder durch Handlungen noch durch öffentliche Äußerungen einen justiziablen Fehler zu begehen:

„In internen Zirkeln, Schulungsmaßnahmen und Fortbildungsveranstaltungen wird jedoch eine islamische Rechts-, Gesellschafts- und schließlich auch Staatsordnung propagiert, die mit wesentlichen Aspekten des Grundgesetzes nicht zu vereinbaren ist.“ Bundesamt für Verfassungsschutz

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