Pastor vom Dienst suspendiert: Unerträglicher Andachtstext


Pastor Christian D. aus Alfeld wollte in einem „Wort zum Sonntag“ den Holocaust relativieren. Die Landeskirche distanziert sich „in aller Form“.

Andreas Speit | taz

Sein „Wort zum Sonntag“ nutzt der evangelische Pastor Christian D. nicht, um Frieden und Völkerverständigung zu vermitteln. Stattdessen soll das Oberhaupt der Gemeinde St. Nicolai im niedersächsischen Alfeld die Singularität des Holocaust mit dem Verweis auf andere Völkermorde und der dezidierten Auflistung Ermordeter in anderen totalitären Regimen relativiert haben. Die Alfelder Zeitung und die Leine-Deister-Zeitung druckten daraufhin die Worte des Pastors nicht ab.

Schon im vergangenen Jahr machte eine antifaschistische Initiative öffentlich, dass die beiden Kinder des 56-Jährigen in der rechtsextremen Szene aktiv sind. Nun steht auch der Vater in der Kritik.

Die Lokalzeitungen hielten im Falle des „Wort zum Sonntag“ Rücksprache mit den höheren Stellen des evangelisch-lutherischen Landeskirchenamtes. Der Andachtstext sei „unerträglich“, sagt die Alfelder Superintendentin Katharina Henking.

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