Flüssiges Wasser bei 170 Grad


Überraschend träge: Unter Extrembedingungen lässt sich Wasser bis auf gut 170 Grad aufheizen, ohne dass es verdampft, wie nun Experimente im Röntgenlaser enthüllen. Zumindest rund 100 Mikrosekunden lang blieben die Wassermoleküle im flüssigen Zustand. Ihr dynamisches Verhalten weicht zudem von der erwarteten Molekularbewegung ab – die theoretischen Modelle können diese Extremzustände bislang nicht beschreiben.

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Unter Röntgenlaser-Beschuss verhält sich Wasser anders als erwartet – es bleibt zunächst flüssig und zeigt auch eine anomale Dynamik. ©DESY/ Britta Liebaug

Wasser ist ein „Allerwelts-Molekül“ – und doch ein Sonderling. Denn es hat gleich mehrere Eigenheiten, darunter die Dichteanomalie, die Eigendissoziation, aber auch die Fähigkeit, trotz Frost flüssig zu bleiben. Unter bestimmten Bedingungen kann das Wassermolekül zudem sein Dipolmoment verlieren und so zu elektrisch „totem“ Wasser werden. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Wasser in Wirklichkeit aus zwei Flüssigkeiten besteht.

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