Morddrohungen nach Teenagerdrama „Cuties“ auf Netflix


Die französische Produktion hypersexualisiere Teenager, werfen ihr Kritiker vor. Die Regisseurin argumentiert: „Ich möchte, dass die Menschen ihre Augen für dieses Problem öffnen“

DERSTANDARD

Als die elfjährige Amy die „Cuties“ zum ersten Mal tanzen sieht, ist sie fasziniert: In knappen Hosen und T-Shirts führen sie ihre Bewegungen aus, schütteln, rütteln, hüpfen sie zu kraftvoller Musik. Cool schauen sie aus, findet Amy – so eine will sie auch sein.

Was Amy, die als Kind mit ihrer Familie aus dem Senegal in einem sozialen Brennpunktviertel in Paris wohnt, tut, um dem Gruppenzwang zu folgen, zeigt der französische Film „Cuties“ (Original: „Mignonnes“) in eindringlichen Bildern. Die französisch-senegalesische Filmemacherin Maïmouna Doucouré wurde in den USA beim renommierten Sundance-Festival mit dem Regiepreis ausgezeichnet. Seit Mittwoch ist der Film auf Netflix, und hier ist er heftig umstritten.

Film schlug auf Netflix Wellen

Der #CancelNetflix-Hashtag sprang am Donnerstag an die Spitze der Twitter-Trend-Rubrik. Der Film zeige eine hypersexualisierte Sichtweise von Minderjährigen und fördere Pädophilie. Der Hashtag gewann an Dynamik, als eine Szene aus dem Film mit den tanzenden jungen Mädchen zusammenhanglos auf Twitter geteilt wurde. Inzwischen gibt es eine Onlinepetition, mit der die Entfernung des Films von Netflix gefordert wird, wofür sich bis Freitagmittag mehr als 700.000 aussprachen.

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