Evangelischer Oberkirchenrat hat atheistische Bewerberin diskriminiert


Darf die Kirche eine Bewerberin auf eine Sekretariatsstelle nach ihrer Konfessionszugehörigkeit fragen? Nein, entschied nun das Arbeitsgericht Karlsruhe und verurteilte den Oberkirchenrat zu einer Entschädigungszahlung.

Ekart Kinkel | Badische Neueste Nachrichten

Die Gretchenfrage nach der Konfessionszugehörigkeit bei einer Stellenausschreibung kommt den Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe teuer zu stehen. Das Arbeitsgericht Karlsruhe verurteilte den Kirchenrat zur Entschädigungszahlung von 5.000 Euro an eine Rechtsanwaltsgehilfin. Die konfessionslose Frau hatte sich erfolglos auf eine Stelle als Sekretärin beworben und anschließend Klage wegen eines Verstoßes gegen das Antidiskriminierungsgesetz eingereicht.

Indizien reichen für Urteil aus

Ob die Frau den Job wegen fehlender fachlicher Voraussetzungen oder ihrem offenen Bekenntnis zum Atheismus nicht erhalten habe, spielte für das Gericht dabei keine Rolle, sagte Gerichtsdirektor Hartmut Maier. „Es reicht in diesem Fall vollkommen aus, dass es ein Indiz für einen Verstoß gibt und dieses nicht widerlegt werden kann“, betonte Maier.

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