Nach dem Fall Kemmerich: Christian Hirte neuer CDU-Vorsitzender in Thüringen


Der Bundestagsabgeordnete Hirte ist neuer Landesvorsitzender der Thüringer CDU.

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Christian Hirte spricht beim Landesparteitag der CDU in Thüringen. (picture alliance /dpa /Michael Reichel)

Der 44-Jährige wurde auf einem Landesparteitag in Erfurt mit 67,6 Prozent der Stimmen gewählt. Hirte, der aus Südthüringen stammt, folgt auf Mike Mohring. In seiner Bewerbungsrede machte Hirte deutlich, dass es mit ihm als Vorsitzenden keine Zusammenarbeit mit der AfD, aber auch nicht mit der Linken geben werde. – Thüringen wird derzeit von einem rot-rot-grünen Bündnis regiert.

Die Neuwahl ist auch eine Folge des Falls Kemmerich zu Beginn des Jahres. Mohrung trat im März als Konsequenz aus dem Agieren der CDU zurück. Die CDU hatte damals mit für ein politisches Beben in Deutschland gesorgt, weil sie bei der Wahl des FDP-Politikers Kemmerich zum Ministerpräsidenten gemeinsam mit der AfD gestimmt hatte.

Als Ost-Beauftragter entlassen

Auch für Hirte bedeutete die Causa Kemmerich einen tiefen Einschnitt. Auf Druck von Kanzlerin Merkel wurde er im Februar als Ostbeauftragter der Bundesregierung entlassen – nach nur knapp zwei Jahren im Amt. Fast überschwänglich hatte Hirte zuvor in einer Twitterbotschaft Kemmerich gratuliert und erklärt, statt Rot-Rot-Grün sei nun ein „Kandidat der Mitte“ zum Zug gekommen.