Warum wird es beim Blinzeln nicht dunkel?


Eigentlich müsste es alle paar Sekunden schwarz vor unseren Augen werden: Immer dann, wenn wir blinzeln. Tatsächlich aber geschieht dies interessanterweise nicht – wir sehen auch beim Blinzeln. Warum das so ist, zeigt eine Studie. Demnach fungiert der mittlere präfrontale Kortex im Gehirn als eine Art Wahrnehmungsgedächtnis. Er gleicht aktuelle Seheindrücke mit zuvor gewonnenen Informationen ab und kann kurze Wahrnehmungslücken auf diese Weise mit gespeicherten Informationen überbrücken.

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Alle paar Sekunden blinzeln wir, um die Augen zu befeuchten. (laflor/ istock)

Es hilft nichts: Alle paar Sekunden müssen wir blinzeln, um die Augen zu befeuchten. In dieser Zeit fällt kein Licht auf unsere Netzhaut und wir verpassen, was um uns herum geschieht. Unser Gehirn aber gaukelt uns etwas Anderes vor. Denn auch beim Blinzeln sehen wir weiterhin ein stabiles Bild der Umwelt vor uns. Unser Denkorgan scheint eine Art Speicher für das gerade Gesehene zu haben und kurze Unterbrechungen mit diesen Sehinformationen überbrücken zu können. Wo aber liegt dieses Wahrnehmungsgedächtnis? Caspar Schwiedrzik von der Universität Göttingen und seine Kollegen hatten schon länger eine bestimmte Region im Verdacht: den mittleren präfrontalen Kortex, der unter anderem für das Kurzzeitgedächtnis und die Entscheidungsfindung eine Rolle spielt.

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