Bundeswehr bestellt bei Amazon


Die Bundesverteidigungsministerin AKK von der CDU marschiert voran: Neue Konzepte sollen dem müden Heer auf die Beine helfen.

Leo Fischer | taz

Im Folterzelt: AKK beim Verhör Foto: dpa

Seit gut einem Jahr ist Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Bundesministerin der Verteidigung. Mit der Bundeswehr übernahm sie eine marode, moralisch geschwächte Second-Hand-Armee, die nur mehr von Gulaschsuppe, Kungelaufträgen und nationalsozialistischen Netzwerken zusammengehalten wurde. Was hat sich nach einem Jahr „AKK“ verändert?

Nationalsozialismus

Zahlreiche Fälle von Rechtsradikalen im Heer haben den Ruf der Truppe stark ramponiert; zuletzt waren private Waffensammlungen bei einem KSK-Angehörigen bekannt geworden. Kramp-Karrenbauer möchte deshalb weg von der Videospiel-Ästhetik, mit der ihre Vorgängerin um Berufssoldaten geworben hat. „Mit der Ballerspiel-Optik haben wir fragwürdige Gestalten doch förmlich angelockt!“ Ihr Gegenmittel: die Einführung einer Organisation namens „Heimatschutz“, einer Art freiwilligen militärischen Jahres für Wehrsportinteressierte, der soeben mit 1.000 Testpersonen angelaufen ist (leider kein Witz). Hinweise darauf, dass „Heimatschutz“ ein von Neonazis gepflegter Begriff für rassistische Überfälle und zur gewaltsamen Einschüchterung von Andersdenkenden sei, wehrt Kramp-Karrenbauer ab: „Ich lasse es notfalls gerne auf eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Nazis ankommen! Wir werden ja sehen, wer der brutalste Heimatschutz am Platz ist.“ Beim jetzigen politischen Klima halte sie es jedoch für unproblematisch, irgendwelche diffusen „Freiwilligen“ auf Staatskosten an der Waffe auszubilden, um sie dann ohne nähere Verpflichtungen wieder auf die Öffentlichkeit loszulassen: „Besser, sie lernen bei der Bundeswehr schießen als auf der Straße!“

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