Die Abtreibungsgegner spielen auf Sieg


Die Lobby der Abtreibungsgegner will, dass Donald Trump noch vor der Wahl eine Nachfolgerin der verstorbenen Richterin Ruth Bader Ginsburg für den Supreme Court nominiert. Der Kampf dreht sich längst nicht mehr nur um Schwangerschaftsabbrüche.

Frauke Steffens | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Abtreibungsgegner demonstrieren vor dem Supreme Court in Washington D.C. Bild: EPA

Donald Trump darf jetzt nicht einknicken: Für die Abtreibungsgegnerinnen und -gegner in den Vereinigten Staaten ist klar, dass ihr historischer Moment gekommen ist. Durch den Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg haben die Republikaner die Chance, einen weiteren Posten am Obersten Gerichtshof mit einem oder einer Konservativen zu besetzen. Evangelikale und Abtreibungs-Hardliner hoffen, dass das Gericht dann die Präzedenzentscheidung „Roe v. Wade“ von 1973 kippt – seither kann der Staat niemanden mehr zum Austragen einer Schwangerschaft zwingen, die Entscheidung darüber ist weitestgehend Privatsache.

Kristan Hawkins, Vorsitzende der Organisation „Students for Life of America“, sagte dem Radiosender NPR, sie sehe die Entscheidung für einen neuen Richter oder eine neue Richterin als Chance, endlich ihr Ziel zu verwirklichen, das da laute: „Ein Amerika ohne Abtreibung, in dem Abtreibung illegal und undenkbar ist.“ Auch Marjorie Dannenfelser, Präsidentin der mächtigen Lobbyorganisation „Susan B. Anthony List“, sagte, die Richterinnen und Richter sollten nun die „Roe v. Wade“-Entscheidung so schnell wie möglich zurücknehmen. Dann könnten einzelne Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche verbieten.

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