Historiker: Debatte um Pacelliallee „keine antikatholische Kampagne“


In der Diskussion um die Berliner Pacelliallee haben sich gegenüber katholisch.de jetzt die beiden Historiker zu Wort gemeldet, die eine Umbenennung der nach Pius XII. benannten Straße fordern. Dabei erneuerten und erweiterten sie ihre Kritik an dem Papst. Klar ist: Die Debatte um die Straße könnte auch Auswirkungen auf andere Städte haben.

Steffen Zimmermann | katholisch.de

Die beiden Historiker, die eine Petition zur Umbenennung der Berliner Pacelliallee gestartet haben, wehren sich gegen den Vorwurf, mit ihrer Aktion eine antikatholische Kampagne initiiert zu haben. „Den Anstoß zweier Historiker zu einer differenzierten Debatte pauschal zu einer ‚antikatholischen Kampagne‘ zu machen, sagt mehr über die Debattenkultur, als über unsere Initiative“, sagte Mitinitiator Julien Reitzenstein am Montag auf Anfrage von katholisch.de mit Blick auf entsprechende Wortmeldungen aus der katholischen Kirche. Mit der Initiative thematisierten er und sein Kollege Ralf Balke lediglich „einzelne Handlungen im langen Leben einer von unzähligen Personen“ in der 2.000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche.

Reitzenstein und Balke hatten Ende August auf change.org eine Petition gestartet, in der sie fordern, die nach Eugenio Pacelli – dem späteren Papst Pius XII. (1939-1958) – benannte Pacelliallee im Berliner Ortsteil Dahlem nach der bislang einzigen israelischen Ministerpräsidentin in Golda-Meir-Allee umzubenennen. Ihre Forderung begründen die beiden Wissenschaftler unter anderem mit antisemitischen und frauenfeindlichen Aussagen Pacellis sowie mit dessen Verhältnis zum Nationalsozialismus.

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