Missbrauch in katholischer Kirche: Kardinale Fehler


Führende Kirchenleute in München, Essen und Rom haben einen als Sexualtäter verurteilten Priester über Jahre geschützt und seine Opfer ignoriert. Das legt ein Dokument nahe, das die SZ einsehen konnte. Auch der frühere Papst Benedikt könnte verwickelt sein.

Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Peter H. wohnt wieder in Essen. Dort war er einst Kaplan. Dort hatte alles begonnen. Sein Umzug von München ins Ruhrgebiet ist das Ergebnis zäher Verhandlungen: Das Erzbistum München-Freising wollte den 72-Jährigen loswerden, das Bistum Essen ihn ungern übernehmen. H. stehe unter ständiger Beobachtung, heißt es in Essen. Seine Pension sei gekürzt. Wir haben den Mann unter Kontrolle, lautet die Botschaft.

H. ist ein Symbolfall im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. 1980 kam er von Essen nach München. Eltern warfen ihm vor, er habe ihre Kinder missbraucht; in München sollte er in Therapie. Der Erzbischof dort hieß Joseph Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. In München wurde H. wieder als Seelsorger eingesetzt. Er missbrauchte Jungen und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er wurde Pfarrer und beging weitere Taten.

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