Wackeln am Ereignishorizont


Im April 2019 sorgte das erste Foto eines Schwarzen Lochs für weltweites Aufsehen. Jetzt haben die Astronomen der Event Horizon Telescope Kollaboration nachgelegt: Vergleichsanalysen mit gut zehn Jahre zurückreichenden Aufnahmen belegen, dass der helle Ring um das supermassereiche Schwarze Loch M87* seine Form behält, wie von der Relativitätstheorie vorhergesagt. Aber im Laufe der Zeit scheint der helle Ring leicht zu wackeln. Dies deutet auf turbulente Materieströme am Ereignishorizont des Schwarzen Lochs hin und könnte dazu beitragen, aktuelle Modelle solcher Schwerkraftgiganten zu präzisieren, sagen die Forscher.

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Modellierung des hellen Ringes in M87 von 2009 bis 2017: Die helle Zone wandert. (Bild: M. Wielgus & die EHT-Kollaboration)

Das Event Horizon Telescope (EHT) ist ein weltweiter virtueller Zusammenschluss von mehreren leistungsstarken Radioteleskopen – von Grönland bis zum Südpol. Im Jahr 2017 richteten sich diese Antennen einige Tage lang synchron auf das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87. Die Kopplung der Teleskope mithilfe der sogenannte Very Long Baseline Interferometry (VLBI) ermöglichte es den Astronomen, die Auflösung eines virtuellen Teleskops zu erreichen, dessen Durchmesser dem der Erde entspricht. „Mit der unglaublichen Winkelauflösung des EHT könnten wir ein Billardspiel auf dem Mond verfolgen“, erklärt Erstautor Maciek Wielgus vom Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian.

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