„Nordische Widerstandsbewegung“: Finnland verbietet Neonazi-Gruppe


Die Organisation war die aktivste des Landes und für viele rassistische Gewalttaten verantwortlich. Das Verbot trifft aber nur die finnische Sektion.

Reinhard Wolff | taz

Endlich in Finnland verboten: die Neonazi-Organisation „Nordische Widerstandsbewegung“ (NMR) Foto: Joel Alvarez imago/zuma/imago

Finnlands Oberster Gerichtshof hat am Dienstag die finnische Sektion der „Nordischen Widerstandsbewegung“ (NMR) verboten und deren Auflösung angeordnet.

Diese in den letzten Jahren aktivste Neonazi-Organisation des Landes betrieb nicht nur eine umfassende rassistische Hetze, sondern war auch für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich. Vor vier Jahren ist ein Passant, der gegen eine ihrer Aktionen demonstrierte, ums Leben gekommen, nachdem ein führendes NMR-Mitglied ihn angegriffen und misshandelt hatte.

Nach dieser Tat leitete die Polizei ein Verbotsverfahren ein, das nun in dritter juristischer Instanz vom Obersten Gerichtshof bestätigt wurde. Dieser begründet sein Verbot mit der verfassungsfeindlichen Ideologie und Praxis der Organisation. Diese versuche, die demokratischen Grund- und Freiheitsrechte auszunutzen, um einen undemokratischen „nationalsozialistischen Führerstaat“ zu errichten.

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