USA vs. Wikileaks: So läuft das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange


In London wird um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA gerungen. Viele sehen in den Spionage-Vorwürfen einen Feldzug gegen die Pressefreiheit. Vor Gericht geht es auch um die Frage, für wen Wikileaks gefährlich war.

Alexander Mühlauer, Jannis Brühl | Süddeutsche Zeitung

Ein Mann demonstriert gegen die Auslieferung Assanges. Diese käme „Kidnapping“ gleich, steht auf dem Schild. Ihn nicht auszuweisen, wäre jedoch ein diplomatischer Affront Großbritanniens gegenüber den USA. (Foto: Henry Nicholls/Reuters)

Der Mann, der am Montagmorgen vor dem Central Criminal Court in London steht, hat seine Sense mitgebracht. Er trägt einen schwarzen Umhang mit Kapuze, sein Gesicht verbirgt er hinter einem Schleier. Die Plastiksense hält er in der linken Hand. Was er hier symbolisch zu Grabe trägt, steht auf dem Schild, das er dabei hat: „Ruhe in Frieden, britische Gerechtigkeit“. Und darunter: „Wenn Julian ausgeliefert wird“.

Julian – so nennen ihn alle, die sich vor dem Londoner Gericht Old Bailey versammelt haben. Gut 30 Frauen und Männer singen und klatschen für ihren Helden. Julian Assange, der wohl einflussreichste Enthüller der Welt, kämpft hier um nicht weniger als sein Leben – so sehen das seine Anhänger. Die USA fordern die Auslieferung des Wikileaks-Gründers. Stimmt das britische Gericht dem zu, droht ihm eine Anklage in 18 Punkten und bis zu 175 Jahre Haft.

weiterlesen