MHG-Studienleiter Dreßing: Kirche hat Missbrauch häufig vertuscht


Seit der Veröffentlichung der MHG-Studie wird diskutiert, ob das System der Vertuschung in der Kirche bei sexuellem Missbrauch mit anderen Institutionen vergleichbar ist. Wissenschaftler haben das nun untersucht – und klare Antworten gefunden.

katholisch.de

Der Mannheimer Wissenschaftler Harald Dreßing sieht Hinweise darauf, dass in der katholischen Kirche in der Vergangenheit viel häufiger sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vertuscht wurde als etwa in Schulen oder Sportvereinen. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen deutliche Unterschiede zwischen der katholischen Kirche und anderen Institutionen“, schreibt Dreßing in einem Beitrag für die Oktober-Ausgabe der Herder Korrespondenz. „Die Strategie der institutionellen Verharmlosung und Vertuschung wurde danach in der katholischen Kirche zumindest bisher häufiger und intensiver praktiziert als in anderen Institutionen“, so der Wissenschaftler. 

Zusammen mit vier weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit der Medizinischen Fakultät Mannheim und dem Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg habe er Daten aus einem Teilprojekt der MHG-Studie analysiert, die sich mit der Analyse von Straftaten befassen und mit Strafverfahren gegen Mitglieder anderer Institutionen wie Schulen verglichen, schreibt Dreßing.

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