Mord an Vierjährigem: Mutmaßliche Sekten-Chefin verurteilt


Es muss ein Geflecht aus Hörigkeit, Bewunderung und Gewalt gewesen sein. Eine mutmaßliche Sekten-Chefin und ihr damaliger Mann scharen Anhänger um sich. Sie sieht sich gottgleich. Kinder erfahren in der Gruppe Gewalt. Einem Vierjährigen wird dies zum Verhängnis.

Merkur.de

Die Angeklagte sitzt neben ihrem Anwalt im Gerichtssaal. Die mutmaßliche Sekten-Chefin wurde wegen Mordes an einem damals vierjährigen Jungen verurteilt. Foto: Jörn Perske/dpa ©Jörn Perske

Der Vierjährige liegt an einem Sommertag eingeschnürt in einen Sack in einem kleinen Badezimmer in Hanau. In den Raum kommt kaum Sauerstoff, Fenster und Tür sind geschlossen. Der Junge fällt in Ohnmacht, erbricht und erstickt.

Mehr als 30 Jahre nach dem Tod des Kindes ist eine mutmaßliche Sekten-Chefin am Donnerstag vom Hanauer Landgericht wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Rund zwei Stunden berichtete der Vorsitzende Richter Peter Graßmück über das Martyrium des Jungen, Gewalt, Demütigungen, Traumatisierung und auch Hunger anderer Kinder in der religiösen Gruppe, in der die 73 Jahre alte Angeklagte die dominierende Gestalt war. Um sie sei ein Personenkult betrieben worden.

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