Besatzung der „Alan Kurdi“ soll in zweiwöchige Quarantäne: Ausschiffung der Flüchtlinge in Sardinien unterbrochen


Die Hälfte der 125 Flüchtlinge auf dem deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hat die erste Nacht nach der Ankunft im Hafen von Olbia im Norden Sardiniens weiterhin an Bord verbracht. 

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Seenotrettung im Mittelmeer – „Alan Kurdi“ ©Fabian Heinz/Sea-Eye (dpa)

Nach Angaben der Organisation Sea-Eye, die die „Alan Kurdi“ betreibt, wurde die Ausschiffung der Migranten am Freitagabend unterbrochen. Die 61 Flüchtlinge, die an Land gegangen und auf das Coronavirus getestet worden waren, wurden dem örtlichen Internet-Nachrichtendienst „Olbianova“ zufolge in ein Gebäude der Feuerwehr gebracht.

Bitte um Weiterfahrt – abgelehnt

Die italienischen Behörden ordneten für die Besatzung der „Alan Kurdi“ laut Sea-Eye eine zweiwöchige Quarantäne an. Eine Bitte des Kapitäns, nach der Ausschiffung der Flüchtlinge weiter nach Marseille fahren zu dürfen, sei abgelehnt worden. Unter den Flüchtlingen sind den Angaben zufolge 50 Minderjährige. Das Schiff war tagelang im Mittelmeer umhergefahren und machte sich schließlich auf den Weg nach Marseille, bis ihm ein Hafen zugewiesen wurde. Ein Fünftel der Geretteten solle auf Sardinien verbleiben, die übrigen 100 würden auf andere europäische Länder verteilt, hieß es.