Gezwitscher in der Pandemie


Singvögel profitierten von der geringeren Lärmbelastung während der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr. Das lässt hoffen, dass sich auch andere Tiere schnell regenerieren, wenn sich die Umweltbedingungen für sie verbessern.

Tina Baier | Süddeutsche Zeitung

Koyoten auf der Golden Gate Bridge in San Francisco, seltene Flussregenpfeifer auf Isar-Kiesbänken mitten in München: Es gab viele Geschichten darüber, dass die Corona-Ausgangsbeschränkungen im vergangenen Frühjahr der Natur eine kleine Verschnaufpause verschafft haben. Nicht alle Berichte waren seriös. Die in den sozialen Medien begeistert geteilte Nachricht von Delfinen in einem venezianischen Kanal etwa war nachweislich falsch. Die Fotos waren nicht in Venedig, sondern in der Nähe von Sardinien aufgenommen worden.

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals Science haben Biologen um Elizabeth Derryberry von der University of Tennessee jetzt wissenschaftlich nachgewiesen, dass der erzwungene Rückzug des Menschen tatsächlich Vorteile für wildlebende Tiere zur Folge hatte. Singvögel in und um San Francisco haben demnach von der gesunkenen Lärmbelastung während der Ausgangsbeschränkungen profitiert.

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