Vom Wolf zum Haushund


Auf der Basis persönlicher Erfahrung beleuchtet ein Evolutionsbiologe, wie der Hund zu unserem treuen Begleiter wurde.

Larissa Tetsch | Spektrum

Josef H. Reichholf. Der Hund und sein Mensch.

Verlag: Hanser, München 2020ISBN: 9783446268685 | Preis: 22,00 €

Mit etwa 500 Millionen Individuen weltweit sind Hunde nach den Katzen die zweithäufigsten Haustiere. Doch anders als Katzen gehen sie eine viel engere Beziehung zu ihren Haltern ein. Warum das so ist, liegt in der Entwicklungsgeschichte des Haushunds verborgen. Die ist alles andere als lückenlos bekannt: Schon wissenschaftliche Schätzungen, wann aus Wölfen zahme Hunde wurden, gehen weit auseinander. Genauso wenig sicher ist, wie die Domestikation ablief. Josef Reichholf, Evolutionsbiologe und ehemaliger Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München, widmet sich in seinem neuesten Buch »Der Hund und sein Mensch« intensiv diesem Thema und stellt dabei hauptsächlich drei Fragen: Wie wurde der Wolf zum Hund? Warum geschah das? Was sind die Folgen?

Beeindruckende Anpassungsfähigkeit

Als Rahmenhandlung schildert der Autor persönliche Erfahrungen mit zwei Hunden. So hatte er als Jugendlicher zeitweise die Gelegenheit, bei Wanderungen in seiner bayerischen Heimat einen ausgebildeten Polizeihund mitzunehmen. Damals war er, ohne sich näher mit dem Wesen des Tiers zu beschäftigen, schwer beeindruckt von dessen Fähigkeiten und seiner Bereitschaft, sich dem Menschen anzupassen. Im letzten Kapitel geht Reichholf auf die Erlebnisse mit einem Mischling ein, den er gemeinsam mit seiner Frau aufzog. Erst im Zusammenleben mit diesem begann der Autor, sich intensiv damit zu beschäftigen, was Hunde eigentlich sind und wie sie sich dazu entwickelten.

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