Initiative: Menschen erleben in der Kirche täglich Diskriminierung


Jeden Tag würden Menschen in der katholischen Kirche Diskriminierungserfahrungen machen, sagt die neue Initiative „meinGottdiskriminiertnicht.de“. Mit einer Plattform möchten die Initiatorinnen auf diese Erfahrungen aufmerksam machen, junge Stimmen in der Kirche vernetzen – und Änderungen anstoßen.

Matthias Altmann | katholisch.de

Die Kirche diskriminiere Frauen, Homosexuelle und queere Menschen durch den Ausschluss vom Weiheamt. Das sei nicht vereinbar mit dem Gott, den sie predige, betonen drei Theologiestudentinnen beziehungsweise -promovendinnen aus Freiburg. Deswegen haben sie einen digitalen Protest gestartet: Seit wenigen Wochen existiert die Plattform „meinGottdiskriminiertnicht.de„. Luisa Bauer, Lisa Baumeister und Claudia Danzer wollen mit der neuen Initiative diese Diskriminierungserfahrungen in der katholischen Kirche sichtbar machen – und sich für strukturelle Veranderungen einsetzen. Im Interview erläutern sie die Hintergründe der Kampagne.

Frage: Dem Namen Ihrer Initiative nach diskriminiert Gott nicht, die Kirche allerdings schon. Hängt die Kirche, so wie sie sich heute zeigt, Ihrer Meinung nach also einem falschen Gottesbild nach?

Baumeister: Wir glauben nicht, dass die Kirche einem falschen Gottesbild nachhängt. Die Kirche predigt ja selbst von einem liebenden und gerechten Gott. Wir sehen jedoch die große Diskrepanz zwischen diesem Gottesbild und den Strukturen der Kirche. Diese diskriminieren nämlich bestimmte Menschen und schließen sie aus. Nimmt man diesen liebenden und gerechten Gott ernst, muss man als Kirche nicht die Inklusion von Menschen, sondern deren Exklusion rechtfertigen.

Frage: Warum gibt es dann immer noch diese Diskrepanz?

Danzer: Manches an dem, wie sich die Kirche zeigt, ist historisch bedingt. Wie von Gott gesprochen wird, hat sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verändert. Strukturell wurde die veränderte Theologie unserer Meinung nach aber nicht umgesetzt. Der Stillstand der Reformen dauert nun schon Jahrzehnte an. Nur wenn die Kirche ihre diskriminierenden Strukturen aufhebt, kann sie wieder glaubwürdig von einem liebenden und gerechten Gott sprechen. Aus diesem Grund gibt es nun ja auch bundesweit innerkirchliche Proteste wie beispielsweise „Maria 2.0“. Es muss sich jetzt etwas tun, es kann nicht länger gewartet werden.

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