Bürger dürfen übers Kleingeld abstimmen


Die EU-Kommission will von Bürgern wissen, was sie von Ein- und Zwei-Cent-Münzen halten. Am Ende könnte die Behörde sogar die Abschaffung des Münzgelds vorschlagen.

Björn Finke | Süddeutsche Zeitung

Theoretisch müssen alle Einnahmen versteuert werden. (Foto: blickwinkel/Imago)

Es sind 33 Fragen, und alle drehen sich ums liebe Geld – genauer: ums liebe oder nicht so liebe Kleinstgeld. Die EU-Kommission hat in dieser Woche eine öffentliche Konsultation gestartet zum Streitpunkt, ob Ein- und Zwei-Cent-Münzen sinnvoll sind oder besser abgeschafft werden sollten. Die Befragung läuft fast vier Monate, und ihre Ergebnisse sollen in eine Untersuchung der Brüsseler Behörde einfließen. Je nach Resultat könnte die Kommission Ende kommenden Jahres ein Gesetz vorschlagen, das in den 19 Staaten mit der Euro-Währung einheitliche Rundungsregeln einführt.

Dann würden Endsummen an der Supermarktkasse oder im Restaurant auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag auf- oder abgerundet. Solche Regeln gelten bereits in den fünf Euro-Staaten Finnland, Niederlande, Irland, Italien und Belgien. Die Ein- und Zwei-Cent-Stücke würden nach Annahme des EU-Rechtsakts früher oder später ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren und nicht mehr herausgegeben werden.

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