«Mathematik ist die einfachste aller Wissenschaften»


Maryna Viazovska von der ETH Lausanne hat kein Problem damit, sich gedanklich in 24-dimensionalen Räumen zu bewegen. An der Mathematik schätzt die frisch gekürte Latsis-Preis-Trägerin, dass man eindeutig beweisen kann, ob etwas wahr oder falsch ist.

George Szpiro | Neue Zürcher Zeitung

Die Mathematikerin Maryna Viazovska von der ETH Lausanne beschäftigt sich mit Kugelpackungen in hochdimensionalen Räumen. Daniel Rihs

Der berühmte deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauss prägte einst den Satz, die Mathematik sei die Königin der Wissenschaften. Wer wollte dem «Fürst der Mathematiker» widersprechen. Leider steht die Königin der Wissenschaften im Ruf, ziemlich unnahbar zu sein. Sie gilt als abstrakt, kompliziert und realitätsfern.

Die aus der Ukraine stammende Mathematikerin Maryna Viazovska von der ETH Lausanne findet das gar nicht. Die Mathematik sei die einfachste aller Wissenschaften, sagt die frischgebackene Preisträgerin des mit 100 000 Schweizerfranken dotierten Latsis-Preises des Schweizerischen Nationalfonds. Im Gegensatz zu den Geistes- und Sozialwissenschaften müsse man nichts über die Welt um sich wissen und könne trotzdem viel Neues erschaffen. Komplizierte Gegebenheiten würden mithilfe der Mathematik in einfache Bestandteile zerlegt, die dann untersucht und verstanden werden könnten. Oft stelle sich später heraus, dass das Gefundene auch praktische Anwendungen habe.

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