Galaxien im Netz eines Schwarzen Lochs


Schon im frühen Universum gab es überraschend massereiche Schwarze Löcher. Doch woher sie das „Futter“ bekamen, um so schnell zu wachsen, blieb rätselhaft. Jetzt liefert eine astronomische Entdeckung eine Antwort. Forscher haben ein supermassereiches Schwarzes Loch entdeckt, das eng von sechs in Gasfilamenten eingebetteten Galaxien umgeben ist. Dieses Ensemble erstreckt sich über das 300-fache Volumen der Milchstraße und existierte bereits, als das Universum erst 0,9 Milliarden Jahre alt war. Die Präsenz von so viel Materie im Umfeld des Schwarzen Lochs könnte ihm die nötige Nahrung für das rasche Wachstum geliefert haben.

wissenschaft.de

Diese künstlerische Darstellung zeigt das zentrale schwarze Loch und die in seinem Gasnetz eingeschlossenen Galaxien. (Bild: ESO/L. Calçada)

In den letzten Jahren haben Astronomen mehrere Dutzend ferne Galaxien mit hochaktiven und massereichen Schwarzen Löchern entdeckt, die innerhalb der ersten Milliarde Jahre nach dem Urknall entstanden sein müssen. Diese aktiven Galaxienkerne senden als sogenannte Quasare so viel Licht aus, dass sie trotz der enormen Entfernungen sichtbar sind. Viele der im Zentrum dieser Galaxien sitzenden supermassereichen Schwarzen Löcher vereinen mehrere Milliarden Sonnenmassen in sich und strahlen heller als Billionen Sonnen. Das weckt die Frage, wie diese Schwerkraftgiganten in der relativ kurzen Zeit nach dem Urknall und der Entstehung der ersten Sterne so stark wachsen konnten. Denn um an Masse zuzulegen, müssen die Schwarzen Löcher größere Mengen an Materie in sich aufsaugen. Astronomen vermuten zudem, dass zusätzlich mehrere kleinere Vorgänger-Löcher miteinander zu einem größeren verschmolzen sind. Doch die nötige Nahrung für diese Objekte war in der Frühzeit des Universums noch eher rar.

weiterlesen