Barretts religiöse Heimat gibt Rätsel auf: Wer sind die „People of Praise“?


Vor Amy Coney Barretts Nominierung zur US-Verfassungsrichterin kannte kaum einer die „People of Praise“. Weil die katholische Juristin aktives Mitglied der charismatischen Gemeinschaft ist, rückt diese nun in den Fokus.

DOMRADIO.DE

Amy Coney Barrett (2018) Bild: Rachel Malehorn, wikipedia.org/CC BY 3.0

Kritiker nennen sie eine obskure katholische Gruppe. Ehemalige Mitglieder sprechen sogar von einer „Sekte“. Für die als Nachfolgerin der liberalen Ruth Bader Ginsburg nominierte Bundesrichterin Amy Coney Barrett sind die „People of Praise“ am Sitz der katholischen Elite-Universität Notre Dame in South Bend vor allem eines: ihre religiöse Heimat.

„People of Praise“

Die Anfänge der charismatischen Gemeinschaft reichen ins Jahr 1971 zurück, als Kevin Ranaghan und Paul DeCelles die „People of Praise“ als Erneuerungsbewegung gründeten. Obwohl die Mehrheit der 1.800 Mitglieder katholisch sind, gehören den 22 Sektionen der Organisation auch Protestanten an. Mitglieder praktizieren die sogenannte Zungenrede, also nahezu unverständlich gesprochene Gebete, die vom Heiligen Geist inspiriert sein sollen. Auch die starke Betonung des persönlichen Glaubenszeugnisses und das Ergehen in Prophezeiungen erinnern eher an evangelikale Bewegungen.

Wie die Evangelikalen sind die Charismatiker fest in der christlichen Rechten verankert. „Vieles von dem, was in ‚People of Praise‘ vor sich geht, unterscheidet sich kaum von dem, was in rechten oder konservativen katholischen Kreisen läuft“, beobachtet die Analystin Heidi Schlumpf vom Magazin „National Catholic Reporter“.

weiterlesen