Hamburg trickst bei der Coronastatistik: Karteileichen relativieren Fallzahlen

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Ab sofort rechnet Hamburg mit einer nachweislich falschen, überhöhten Einwohnerzahl, damit die Infektionen pro 100.000 niedriger scheinen.

Jan Kahlcke | taz

Wenn’s positiv ist – halb so schlimm, so lange man genug Einwohner auf dem Papier hat Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Auch in Hamburg steigt die Zahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten von Tag zu Tag an. Laut Robert-Koch-Institut lag die Sieben-Tages-Inzidenz, also der Wochenschnitt der registrierten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner*innen, am Dienstag schon bei 30,3. Bedenklich nah an jenen 35, ab denen der Senat nach den Beschlüssen der Ministerpräsident*innen weitere Einschränkungen etwa für die Teilnehmerzahl von öffentlichen und privaten Feiern verhängen müsste. Das ist unpopulär und in Hamburg, spätestens seit Innensenator Andy Grote (SPD) für seine Weiter-so-Sause 1.000 Euro Bußgeld berappen musste, ein heißes Eisen.

Doch dann meldete Hamburgs Sozialbehörde für denselben Stichtag eine Sieben-Tages-Inzidenz von „nur“ 28,7. Eine Trendwende? Nein, nur ein statistischer Taschenspielertrick. Denn in der Sozialbehörde dachte man sich offenbar: Wenn zu viele Fälle diagnostiziert werden, brauchen wir eben eine größere Grundgesamtheit.

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