Pilz-Virus verwandelt Feind in Freund


Auch Pilze können sich Viren einfangen und das kann erstaunliche Folgen haben, berichten Forscher: Ein berüchtigter Schadpilz an Rapspflanzen mutiert durch die Infektion mit einem Virus vom Krankheitserreger zu einem Wohltäter der Pflanzen, zeigt die Studie. Der infizierte Pilz lebt friedlich in den Pflanzen und stärkt dabei ihr Immunsystem, wodurch sie gesünder und widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger werden. In diesem Effekt steckt erhebliches Potenzial für die Entwicklung von Verfahren zum biologischen Pflanzenschutz, sagen die Wissenschaftler.

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Ein Schadpilz schmälert die Erträge der Rapsfelder. (Bild: kritsada171/iStock)

Sklerotinia-Befall! Für Raps-Bauern ist das eine erschreckende Diagnose. Der auch als Rapskrebs bekannte Schadpilz Sclerotinia sclerotiorum kann den Ertrag buchstäblich zum Einknicken bringen: Der Erreger führt zum Kollaps der Pflanzen, indem er vor allem Gewebe im Stängelbereich zerstört.

Sclerotinia verursacht dadurch weltweit erhebliche Verluste im Rapsanbau, denn die Bekämpfung durch Fungizide und andere Maßnahmen ist problematisch oder wenig wirksam. Vor diesem Hintergrund haben die Forscher um Daohong Jiangvon der Huazhong Agricultural University in China nun das Potenzial eines speziellen Bekämpfungsansatzes ausgelotet: Könnte man den Krankheitserreger bekämpfen, indem man ihn selbst krank macht?

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