Wegen Missbrauchsklagen: Bislang größte US-Diözese meldet Konkurs an


Wegen einer neuen Gesetzeslage sind viele US-Diözesen mit einer Flut an Missbrauchsklagen konfrontiert. Das Bistum Rockville Centre hat wegen der hohen Entschädigungskosten nun Insolvenz angemeldet. Der Schritt hat auch taktische Gründe.

katholisch.de

Bild: ©Brian Jackson/Fotolia.com (Symbolbild)

Die US-Diözese Rockville Centre (Bundesstaat New York) hat wegen stark angestiegener Missbrauchsklagen Konkurs angemeldet und damit verbunden eine Restrukturierung seiner Schulden beantragt. Sie werde gemäß dem Insolvenzrecht ein Konkursgericht bitten, alle Fälle auf Eis zu legen, damit sie gemeinsam beigelegt werden können, teilte die Diözese am Donnerstag mit. Der Antrag sei notwendig, um Prozesskosten zu verwalten, Rechtsstreitigkeiten mit den Versicherern der Diözese zu regeln und Vergleiche mit Opfern zu erleichtern. Mit 1,4 Millionen Gläubigen ist Rockville Center die bislang größte Diözese in den Vereinigen Staaten, die diesen Schritt eingeleitet hat.

Hintergrund ist der starke Anstieg von Missbrauchsklagen seit dem Inkrafttreten eines neuen Gesetzes im Bundesstaat New York im vergangenen Jahr. Dieses gibt Opfern von sexuellen Übergriffen beispielsweise durch Kleriker das Recht, Fälle auch nach Jahrzehnten noch anzuzeigen. Zuvor war die Verjährungsfrist in den schwerwiegendsten Fällen ausgelaufen, wenn das Opfer das 23. Lebensjahr erreichte. Bislang wurden mehr als 200 Klagen gegen die Diözese eingereicht.

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